Wenn man von Informationsdesign liest oder hört, haben viele, ganz oberflächlich unterstellt, meist tolle Bilder im Kopf. Sie denken an bildgewordene Daten- und Linienknäule oder -ströme, an Balken-, Kuchen- und Linienstrukturen, die übersichtlich und manchmal auch unübersichtlich, sich bündelnd, in jedem Fall aber doch wenigstens chic und aufgepimpt dargeboten werden.
Wir wollen der Frage nachgehen, was eigentlich Information ist und welche Rolle der Designer bei der Verbreitung von Information spielt.
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Wikipedia sagt über Information:
Information (lat. informare = bilden, eine Form oder Gestalt geben) ist ein in vielen Lebensbereichen verwendeter Begriff. Dazu gehören die Naturwissenschaften, die Geisteswissenschaften, die Technik und der Bereich des menschlichen Handelns. Ihr Kennzeichen: Information vermittelt einen Unterschied. Die Information verliert, sobald sie informiert hat, ihre Qualität als Information: „News is what*s different.”[1] …
Vilém Flusser, ein schlauer Kommunikations-Philosoph des letzten Jahrhunderts, schreibt in „Für eine Philosophie der Fotografie“:
„ … Die Natur als Ganze ist ein System, in dem sich Informationen gemäß dem zweiten thermodynamischen Prinzip fortschreitend zersetzen. Dieser natürlichen Entropie widersetzt sich der Mensch, in dem er Informationen nicht nur empfängt, sondern auch speichert und weitergibt, – darin unterscheidet er sich von den übrigen Lebewesen – und Informationen auch absichtlich erzeugt. Diese spezifisch menschliche und zugleich widernatürliche Fähigkeit heißt „Geist“, und Kultur ist ihre Folge: nämlich unwahrscheinlich geformte, informierte Gegenstände. Der Prozess der Informationsmanipulation – „Kommunikation“ genannt – gliedert sich in zwei Phasen: In der ersten werden Informationen erzeugt, in der zweiten an Gedächtnisse verteilt, um dort gespeichert zu werden. Die erste Phase heißt „Dialog“, die zweite „Diskurs“. Im Dialog werden verfügbare Informationen zu einer neuen synthetisiert, wobei die zu synthetisierenden Informationen sich in einem einzigen Gedächtnis befinden können (wie bei „inneren Dialogen“), im Diskurs werden die im Dialog hergestellten Informationen distributiert. …“
Betrachten wir also z.B. Fahrzeug oder Automobil, als einen durch und durch menschlichen und auch widernatürlichen Gegenstand. Interpretiert man Flusser richtig, ist also eine Unmenge an Geist und Kultur in diesem Gegenstand. Lassen Sie uns die Information rund um diesen „unwahrscheinlich geformten, informierten Gegenstand“ und der einhergehenden Mobilität sammeln, neu interpretieren und manipulieren.
Wir recherchieren, analysieren und informieren am Ende unser Publikum über die Mobilität oder seine Begleiterscheinungen mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln als Gestalter. Ob in einer Ausstellung, einem Buch einem Happening – wie auch immer. Und vielleicht verstehen wir am Ende sogar was Wikipedia und Vilém Flusser uns sagen wollten.
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